Aktuelle Pressemeldungen

Aus der Weltklasse gefallen – und wieder aufgestanden

In ihrem WFV-Vortrag zum Thema "Aufstehen oder Liegenbleiben" erzählte die ehemalige Skirennläuferin Michaela Gerg (vorne M.) zahlreichen Zuhörern im proppenvollen Präsentationsraum des Autohauses Schuster.
In ihrem WFV-Vortrag zum Thema "Aufstehen oder Liegenbleiben" erzählte die ehemalige Skirennläuferin Michaela Gerg (vorne M.) zahlreichen Zuhörern im proppenvollen Präsentationsraum des Autohauses Schuster.

Skiweltcup-Siegerin Michaela Gerg skizziert beim Wirtschaftsförderungsverein ihr bewegtes Rennsport-Leben – Heute ist sie selbst Unternehmerin

"Vier Olympia-Teilnahmen und insgesamt 41 Stockerlplätze bei hunderten Weltcup- und Weltmeisterschaftsrennen: Michaela Gerg zählt zu den erfolgreichsten deutschen Skirennläuferinnen aller Zeiten", präsentierte Kfz-Großhändler Gerhard Schuster als Vorsitzender des gastgebenden Ruhstorfer Wirtschaftsförderungsvereins (WFV) nahezu 200 Zuhörern im eigenen Ausstellungsraum eine "Spitzenathletin, die auch herbe Niederlagen und persönliche Schicksalsschläge gemeistert" habe.
Bereits mit 15 Jahrenim Nationalteam"Unglaublich aufregend, spannend und turbulent: Vom Start weg auf einem Paar Ski Richtung Ziel hinabgestürzt, durch den rot-blauen Fahnenwald geschossen und rund 200 Top-Zehn-Platzierungen erreicht, mitunter aber auch nach katastrophalen Fangzaun- und harten Pistenlandungen nicht mehr ganz heil unten angekommen." So bündelte Michaela Gerg ihr bewegtes Sportlerleben. Dabei habe sie aber auch wertvolle Erfahrungen hinsichtlich Fairness, Toleranz und Konkurrenz gesammelt, die ihr bei der heutigen Unternehmensführung als Skischulleiterin mit 60 Lehrkräften zu Gute kämen.
An Opas Lenggrieser Skilift bereits mit fünf Jahren auf zwei Brettln unterwegs, beschloss die Drittklässlerin Michaela sehr zum Gelächter ihrer Mitschüler, "eines Tages an Olympischen Winterspielen teilzunehmen". Und ihr fester Wille wurde Programm. Schon als elfjährige bayerische Schülermeisterin, zählte der spätere Teenager bereits mit 15 Jahren als jüngste Läuferin überhaupt zum deutschen Damenski-Nationalteam. Bei ihrer Abfahrtslauf-Premiere in Val d’Isere kam sie mit der letzten Startnummer 60 immerhin schon auf den 20. Platz.
Mut, Kraft und Entschlossenheit betrachtete die vierfache Weltcupsiegerin auf dem WFV-Podium zugleich auch als tragende Unternehmertugenden. "Mit sturem Kopf geht in Wirtschaft wie Sport gar nichts: Für konkret anvisierte Ziele muss die Motivation von innen heraus kommen", stellte die ehemalige Rennläuferin ihren Abfahrtssieg in Val d’Isere den "verkorksten Calgary-Starts mit verkrampftem Magengefühl gegenüber, wo letztlich zwei hundertstel Sekunden für eine sehnlichst erhoffte Riesenslalom-Olympiamedaille gefehlt" hätten.
"Dann die Kehrseite des Weltcupruhms: Absturz in die zweitklassige Europaliga, schwere Kniekapselverletzungen mit harter Knochenarbeit bis zum Aufstehen nach dem Hinfallen: Große Sport- wie Wirtschaftserfolge basieren auf dem Weg der kleinen Schritte", zog Michaela Gerg Bilanz. Für die Gäste gab es obendrein ein Funktionstraining in einmütiger Abfahrtshocke.
"WM-Bronzemedaillerentiert sich kaum""Eine WM-Bronzemedaille rechnet sich finanziell kaum. Der Skileistungszirkus honoriert in aller Regel nur die Spitzenplätze", beleuchtete Weltcupsiegerin Gerg die "Frage ihres Auskommens mit dem Einkommen, das größtenteils aus Sponsorenverträgen resultiert" hätte. Unter diesem sportlich-finanziellen Aspekt ließ Michael Gerg nach der Geburt ihres heute 21-jährigen Sohnes den "diagnostizierten Schilddrüsenkrebs mit schwierigem medizinischen Eingriff und glücklichem Heilungsverlauf als größtem persönlichen Rückschlag Revue" passieren.
Mittlerweile diplomierte "Feng-Shui-Beraterin", seit zehn Jahren Skischulbetreiberin und neuerdings auch "Vortragsreisende über die Licht- und Schattenseiten des Leistungssports", machte Michaela Gerg zuletzt auch dem "WFV-Auditorium Mut, richtig definierte Ziele zu realisieren, Stärken zu optimieren, um trotz Rückschlägen wieder aufzustehen statt liegenzubleiben".
Auf eine PNP-Nachfrage hinsichtlich der Relevanz von eingeblendeten Zwischenzeiten am Bildschirm für den jeweiligen Rennläufer auf der Strecke meinte Michaela Gerg nur nüchtern: "Da weißt du auf der Piste gar nichts, außer dass kleinere Fehler meist auf hohem Tempo basieren. Und wenn im Ziel die Eins aufleuchtet, reißt du d’Arm in d’Höh und schreist Juhu über den Weltcupsieg – außer eine hinter dir fährt noch a bisserl schneller".

Quelle: PNP.de vom 17.10.2018 von Hans Nöbauer; Fotos: Hans Nöbauer